Geschichte der Hohentwiel

Neubau - Der Bau der Hohentwiel in Friedrichshafen
Im Jahre 1911 hatte die Königlich Württembergische Dampfschifffahrt (KWD) einen Bestand von 6 Dampfschiffen.

In diesem Jahr bestellte die KWD bei Escher Wyss & Cie in Zürich ein Dampfschiff nach dem Typ des letzten Neubaus, des 1909 erbauten Dampfschiffes FRIEDRICHSHAFEN.
Das Schiff wurde unter der Baunummer 576 begonnen und erhielt nach dem als württembergischer Exklave im Hegau gelegenen Vulkankegel den Namen Hohentwiel.
Am 11. Jänner 1913 erfolgte auf der Schiffswerft in Friedrichshafen der Stapellauf. Die offizielle Indienststellung war am 1. Mai 1913.


Betrieb - Das erste Leben als Halbsalondampfer
Die HOHENTWIEL bediente ab 1. Mai 1913 vom Heimathafen Friedrichshafen aus vor allem die Kurse im Bodensee- Längsverkehr zwischen Bregenz und Konstanz und den Querverkehr nach Romanshorn und Rorschach, auch während der beiden Weltkriege.
Wie die badische ZÄHRINGEN zählte die HOHENTWIEL zu den am meisten eingesetzten Dampfern der Bodenseeflotte. Während der wenigen Jahre des Königreiches von Württemberg wurde Sie für dessen Fahrten verwendet und ersetzte damit das Dampfschiff KÖNIGIN CHARLOTTE.








Umbau - Der Umbau in einen Salondampfer
Um mit der aufkommenden Motorschiffahrt Schritt halten zu können, musste die HOHENTWIEL in des Jahren 1933 - 35 einen Umbau über sich ergehen lassen.
Dieser stand unter der Maxime, einen Raddampfer in Ausstattung und Kapazität den modernen Motorschiffen der 30-er Jahre anzupassen.

In der ersten Umbauphase 1933 auf der Bodanwerft in Kressbronn wurden Einrichtung und Mobiliar aus dem Halbsalon der ersten Klasse entfernt und der Salon zur zweiten Klasse degradiert. Die erste Klasse wurde in die auf dem Vorschiff und auf dem Oberdeck neu erstellten Räumlichkeiten verlegt.

Dadurch kam das Steuerhaus auf das zweite Oberdeck zu liegen. Die Vorschiffskajüte wurde in Abstell- und Mannschafträum umgebaut. Auch wurden seitliche Wülste zur Erhöhung der Stabilität angebracht.

















Ausmusterung - Als Clubheim der Verschrottung entgangen
Am 1. November 1962 wurde die HOHENTWIEL nach 49 Betriebsjahren ausgemustert und aus der Flottenliste gestrichen.
Als einziges Bodensee-Dampfschiff erlitt sie nicht das Schicksal der Verschrottung. Das stillgelegte Schiff wurde vom Bregenzer Segelclub erworben und 1963 nach Bregenz überführt. Nach etwa einjähriger Liegezeit im Bundesbahnhafen und nach Erneuerung des Überwasseranstrichs wurde die HOHENTWIEL 1964 an ihren Liegeplatz in den Bregenzer Segelhafen geschleppt, wo sie die nächsten 20 Jahre liegenbleiben sollte.

Fortan diente der stillgelegte Dampfer als Restaurant und Clubheim des BSC. Als äußeres Zeichen des nun österreichischen Besitzes erhielt das Schiff rot-weiß-rote Schornsteinringe.















Rettung - Phönix aus der Asche
Zu Beginn der achtziger Jahre wurde dem Bregenzer Segelclub ein festes Clubheim an Land in Aussicht gestellt. Somit schien das Schicksal, des einst so stolzen Schiffes, endgültig besiegelt zu sein.
Buchstäblich fünf Minuten vor zwölf, im Oktober 1984 wurde die Vereinigung Internationales Bodensee-Schiffahrtsmuseum gegründet.

Mit einer Handvoll Gründungsmitgliedern, ein "paar Mark" in der Tasche und einer unerschütterlichen Ausdauer begann das "Abenteuer Hohentwiel".

Besonders zweier Männer, den "geistigen Vätern" der HOHENTWIEL, ist es zu verdanken, dass der letzte Raddampfer auf dem Bodensee nicht verloren ging:

Dem Altlandrat Klaus Henninger aus Lindau und dem Projektleiter Schiffsing. Reinhard E. Kloser aus Hard in Vorarlberg.

Die gesamte Geschichte können Sie in dem Buch "Das Dampfschiff Hohentwiel" nachlesen.


Die Hohentwiel im Originalbauzustand von 1913.



Die Hohentwiel (links) im Hafen von Lindau.




Die Hohentwiel nach dem Umbau 1935.


Dampfschiffrennen um «Das Blaue Band».




Das Ende der Hohentwiel – als Restaurant im Hafen von Bregenz.


An der Abwrackpier in Fussach im Winter 1985.




Rettung in letzter «Minute» (1987).


Instandsetzung in der Fußacher Werft (1988).